Eine falsche Information zur falschen Zeit kann teuer werden. Ein Lieferant, der als zuverlässig gilt, aber kurz vor der Insolvenz steht. Ein Markttrend, der nur auf einer einzigen Studie basiert. Journalisten nennen das Verifizierung.
Interview mit Rechercheredakteur Kaspar Ehrenfeld
Wie verifizieren Journalisten eine Information?
Kaspar Ehrenfeld: Wir brauchen mindestens zwei unabhängige Quellen, die sich nicht aufeinander beziehen. Wenn Quelle B nur wiederholt, was Quelle A gesagt hat, haben wir eine Quelle, keine zwei.
Wie überträgt man das auf Geschäftsentscheidungen?
Ehrenfeld: Nehmen wir Finanzberichte. Wenn ein Lieferant Ihnen sagt, das Unternehmen laufe gut, prüfen Sie den letzten Jahresabschluss im Bundesanzeiger. Wenn der Bericht Verluste zeigt, haben Sie einen Widerspruch. Den sollten Sie klären, bevor Sie einen Jahresvertrag unterschreiben.
Was ist der häufigste Fehler bei der Informationsbewertung?
Ehrenfeld: Bestätigungsfehler. Menschen suchen Informationen, die ihre bestehende Meinung stützen. Ein guter Rechercheur sucht aktiv nach dem Gegenteil. Fragen Sie sich: Was müsste stimmen, damit meine Annahme falsch ist?
Ein einfaches Prüfschema für Geschäftsinformationen
- Zwei unabhängige Quellen identifizieren
- Widersprüche notieren und nachfragen
- Eigene Annahmen bewusst hinterfragen
Ehrenfeld: Das ist kein Misstrauen. Das ist Sorgfalt.