Das Handelsregister, Bundesanzeiger und öffentliche Finanzberichte sind kostenlos zugänglich. Journalisten durchsuchen sie routinemäßig. Die meisten Kleinunternehmer tun das nie.
Interview mit Wirtschaftsredakteur Sören Thalbach
Welche Quellen nutzen Sie täglich?
Sören Thalbach: Der Bundesanzeiger ist mein erster Halt. Dort sind Jahresabschlüsse von GmbHs und AGs veröffentlicht. Finanzberichte mittelgroßer Unternehmen liegen dort offen, und kaum jemand schaut rein.
Was findet man dort, das wirklich nützlich ist?
Thalbach: Umsatzentwicklung, Personalaufwand, Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Das sind Informationen, die Ihnen kein Vertriebsmitarbeiter freiwillig nennt. Wenn ein potenzieller Großkunde hohe kurzfristige Schulden hat, ist das relevant, bevor Sie ihm 60 Tage Zahlungsziel einräumen.
Wie lange dauert eine solche Recherche?
Thalbach: Für einen gezielten Check reichen 20 Minuten. Sie brauchen keine Buchhaltungsausbildung. Schauen Sie auf die Entwicklung über zwei bis drei Jahre. Steigende Verbindlichkeiten bei sinkenden Umsätzen ist ein klares Muster.
Konkrete Quellen für den Einstieg
- Bundesanzeiger: jahresabschluss.bundesanzeiger.de
- Handelsregister: handelsregister.de
- Unternehmensregister: unternehmensregister.de
Thalbach rät: Machen Sie daraus eine monatliche Routine für Ihre zehn wichtigsten Geschäftspartner.